Pfarre Bad Häring z. Hl. Johannes d. Täufer

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Historisches
 

Die ältesten Aufzeichnungen über die Pfarrkirche zum Hl. Johannes Bapt. finden sich in den Archiv-Berichten aus Tirol, IV. Band, Wien 1912 von Emil von Ottenthal und Oswald Redlich, erschienen in: Mitteilungen der dritten (Archiv)-Sektion der k. k. Zentral-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale, VII. Band.

Hieraus ist aus den Seiten 338 bis 342 über Hering zu entnehmen:

Das St. Johannsgotteshaus wird erstmals beurkundet 1397 gemäß der Urkunde Nr. 1686. (Nach dem Schematismus von Salzburg wird die Kirche allerdings erstmals erst 1462 erwähnt.) Die Kirche ist eine Filiale von Kirchbühel, ab 1787 eine Lokalkaplanei und ab 1891 eine selbständige Pfarre. Politisch ist Häring eine Gemeinde.

 

Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1880, als das in diesem Jahre fertig gestellte Neuwirtshaus noch keinen Saal hatte. Das „Mittererhaus“ Dorf Nr. 3 wurde 1873 errichtet und der Friedhof erhielt erst 1898 seine Einfriedungsmauern.

 

Im Jubiläumspfarrbrief, der 1991 anlässlich der 100-Jahr-Feier zusammengestellt wurde ist folgendes Kapitel über die Pfarre Hering im Jahr 1891 zu finden:

Die Pfarre „Hering“ - im Jahr 1891

Die Pfarre „Hering“ zählte vor hundert Jahren 1.050 Seelen. Es gab 30 Bauern und ungefähr 130 Bergleute. In den Matrikenbüchern sind in diesem Jahr 40 Taufen, 7 Trauungen und 22 Begräbnisse vermerkt. Von den neugeborenen Kindern starben sechs, darunter ein Zwillingskind, noch im gleichen Jahr. Als Pfarrer Franz Haller die Gottesdienstordnung für die einzelnen Wochen des Jahres 1891 schrieb, dachte er gewiss nicht, dass hundert Jahre später sein sechster Nachfolger als Pfarrer, Peter Pichler, dieses „Verkündbuch“, auf das sich der Staub der Jahr­zehnte gelegt hatte, im Archiv der Pfarre wieder aufstöbern würde. Manches daraus mag gewiss für die Gegenwart von Interesse sein.

Der erste Gottesdienst im neuen Jahr fand um sechs Uhr früh statt- ein Bruderschaftsamt für Barbara Wanner von Mühlbichl. Um acht Uhr folgte der festtägliche Gottesdienst und um 14 Uhr die feierliche Vesper. Messfeiern an den Sonntagen gab es nur um 6 Uhr und 8 Uhr, also keine für die „Langschläfer“. Um 14 Uhr wurden Rosenkranz und Litanei gebetet. Auf den 5. Fastensonntag folgten die Osterbeichttage, an jedem Tag für einen Teil des Pfarrgebietes. Der Samstag war für die „Haushüter“ bestimmt. An den drei letzten Tagen vor Allerseelen und Portiunkula gab es schon ab 5 Uhr früh Beichtgelegenheit. Einmal heißt es, dass ein Pater als Aushilfe für die Italiener kommt

Kreuzgänge (Bittgänge) veranstaltete man von und nach Mariastein, Schwoich, Kirchbichl, Itter und Wörgl. Einmal findet sich in der Reihe der Gottesdienste ein hl. Amt, welches abhalten lässt der löbliche Consum-Verein für seinen Gründer Johann Haller. Nach Ostern gab es an den gewöhnlichen Sonntagen um 13.30 Uhr die „Christenlehre“, nach Pfingsten begann die „Sommerschule“, nach Allerseelen die „Winterschule“. Einmal heißt es, dass beim Consum-Verein die diesjährige Impfung vorgenommen wird.

Am Montag, 6. Juli, wurde schon um 5 Uhr eine gestiftete Jahrmesse gefeiert und anschließend ein hl. Amt Dann heißt es: Gegen halb vier Uhr kommt der hochwürdigste Herr Fürsterzbischof Dr. Johannes Haller von Schwoich her. Es folgt dann die Einladung der Bevölkerung zum feierlichen Empfang. Dann wollte Pfarrer Haller gewohnheitsmäßig schreiben: „Nach dem Einzug in die Seelsorgskirche.. .“, er hat die Stelle ausgebessert und zum ersten Mal „Pfarrkirche“ geschrieben.

Visitation und Firmung erfolgten in der üblichen Ordnung. Über die Erhebung der Localkaplanei zur Pfarre wird nichts berichtet

Vermerkt ist eine Kirchensammlung für den Antisklavereiverein sowie für den Bau der St. Andräkirche in Salzburg. Das Erntedankfest feierte man auch damals am 24. September, das Einsetzungsfest der Barbarabruderschaft am letzten Sonntag im September.

 

 

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Kontaktadresse:  Martina Pfandl, 6323 Bad Häring
                        m.pfandl@tsn.at                                                       16.07.2017